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11/2020 – BMF-Schreiben Ergänzung zur Rückkehr in die „Normalsteuerphase“

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat mit Schreiben vom 30.06.2020 Stellung zur Absenkung des Umsatzsteuersatzes zum 01.07.2020 genommen.

Das weitere Schreiben vom 04.11.2020 befasst sich vorrangig mit Fragestellungen im Zusammenhang mit der Rückkehr in die „Normalsteuerphase“ ab dem 01.01.2021.

Hier ist insbesondere die Handhabung bei Voraus- und Anzahlungsrechnungen hervorzuheben.

Grundsätzlich sind die Anzahlungsrechnungen mit dem im Zeitpunkt der Rechnungsstellung gültigen Steuersatz in Rechnung zu stellen und die Umsatzsteuer entsprechend an das Finanzamt abzuführen.

D.h. Anzahlungsrechnung und Vereinnahmung im 2. Halbjahr 2020 = Umsatzsteuer 16 %

Wird nun eine Anzahlungsrechnung noch im Jahr 2020 gestellt, das Entgelt hierfür allerdings erst nach dem 31.12.2020 vereinnahmt, schulden Sie 19 % Umsatzsteuer, obwohl in der Rechnung 16 % ausgewiesen sind.

D.h. die Umsatzsteuer beträgt 19 %, der Vorsteuerabzug ist allerdings nur in Höhe des ausgewiesenen 16 % möglich.

Steht fest, dass die Leistung erst nach dem 31.12.2020 erbracht wird, kann bereits der dann gültige Steuersatz von 19 % ohne Beanstandung in Rechnung gestellt werden und an das Finanzamt abgeführt werden.

D.h. die Umsatzsteuer und der Vorsteuerabzug beträgt 19 %.

Von der Vereinfachung sollte spätestens dann Gebrauch gemacht werden, wenn die Anzahlungsrechnung noch in 2020 gestellt wird, das Entgelt allerdings nach dem 31.12.2020 vereinnahmt wird.

Denn hier stellt das BMF, wie oben beschrieben klar, dass dann der Steuersatz von 19 % anzuwenden ist, auch wenn die Rechnung einen geringeren Steuersatz ausweist.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2020-11-04-ergaenzung-befristete-senkung-umsatzsteuer-juli-2020.pdf?__blob=publicationFile&v=1

Erleichterungen für Gastronomie und Hotellerie. Detailinfos.

Am 02.07.2020 wurde das BMF-Schreiben veröffentlicht, welches Erleichterungen für die Gastronomie und die Hotellerie bringt. Hintergrund ist der seit dem 1. Juli 2020 ermäßigte Steuersatz für Speisen (Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen), nicht jedoch für Getränke. Werden nun Gesamtpreise angeboten z.B. Buffet inklusive Getränke, kann der Unternehmer aus Vereinfachung für die Getränke 30% des Pauschalpreises ansetzen. Für Beherbergungsunternehmen wurde die bisher gültige Pauschale für nicht dem ermäßigten Steuersatz unterliegende Leistungen von derzeit 20% auf (vorübergehend) 15% herabgesetzt.

07/2020 – Endgültiges BMF-Schreiben zur Anpassung der USt-Sätze veröffentlicht. Hierzu die wesentliche Eckdaten:

  • Es wird nunmehr bestätigt, dass es kein neues Formular gibt, sondern die Umsätze 16% / 5% in der Zeile 28 „zu anderen Steuersätzen“ KZ 35 erfasst werden sollen.
  • Entsprechend sind innergemeinschaftliche Erwerbe in Zeile 35 (Kennziffer 95) zu erfassen. Dass die Beträge damit nicht mehr rechnerisch verprobt werden können, wird durch das BMF hingenommen.
  • Für die USt nach § 13b UStG gibt es keine eigenen Felder.

Keine Berichtigung in der Unternehmerkette bei zu hohem Umsatzsteuerausweis für Leistungen welche im Zeitraum nach dem 30.06.2020 und vor dem 01.08.2020 erbracht werden d.h. für Sie konkret: Sind Rechnungen bis Leistungszeitraum 31.07.2020 noch mit 19% ausgestellt, müssen Unternehmer keine Berichtigung durchführen.

Die ausgewiesene Umsatzsteuer von 19% ist  abzuführen, der Vorsteuerabzug ist ebenfalls in selber Höhe möglich (kein § 14c UStG aus Gründen der Praktibilität).

Keine Änderung von Abschlagszahlungen, eine Korrektur der zu hoch ausgewiesen Vorsteuer erfolgt erst über die Endabrechnung.

Der Vorsteuerabzug bleibt mit 19% /7% für die Abschlagszahlungen für Unternehmer solange erhalten.

Verträgen über Dauerleistungen, welche als Rechnungen gelten, können durch ergänzende Unterlagen angepasst werden.

Wenn:

  • Bezug auf den Vertrag genommen wurde
  • alle Informationen zum Entgelt und Steuersatz für den Zeitraum 01.07.2020 – 31.12.2020 enthalten sind

Hinweis: Mustervorlage bei O&P anfordern

Beim Umtausch eines Gegenstands wird die ursprüngliche Lieferung rückgängig gemacht. An ihre Stelle tritt eine neue Lieferung. Erfolgt die Lieferung des Ersatzgegenstandes nach dem 30.06.20 und vor 01.01.21 ist der Umsatzsteuersatz von 16% / 5% anzuwenden.

Hinweis: Bitte achten Sie darauf, ob es sich beim dem Vorgang tatsächlich um eine Rückgabe handelt oder ggf. ein Tausch wegen Mängel = Schadenersatz bzw. sich um eine Rücklieferung an Sie handelt.

Ist Ihnen bereits jetzt bekannt, dass die Leistung nicht im Zeitraum des verminderten allgemeinen Steuersatzes fertiggestellt werden kann (01.07.2020-31.12.2020), also erst nach dem 31. Dezember 2020, haben Sie nach TZ 51 des BMF-Schreibens die Möglichkeiten, Anzahlungsrechnungen für solche Projekte auch im 2. Halbjahr 2020 mit einem Steuersatz von 19% zu stellen, um Nachzahlungen auf Grund des dann wieder anzuwendenden allgemeinen Steuersatzes von 19 % bei der Schlussrechnung zu vermeiden.

Wir empfehlen Ihnen dennoch eine einheitliche Vorgehens/-Abrechnungsweise Ihrer Projekte.

Die Umsatzsteuer ändert sich derzeit in vielerlei Gesichtspunkten. Nicht nur im Bereich des Umsatzsteuersatzes hat sich einiges getan, sondern auch in vielen anderen Bereichen. Die Vorschriften sind bereits zu beachten bzw. in naher Zukunft umzusetzen. Wir möchten Sie hierüber im Folgenden informieren.
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Wir sind perfekt vorbereitet und beraten Sie gerne!

Gertrud Ferg

Steuerberaterin
Tel.: 0821-50301-13

Barbara Steiger

Steuerberaterin
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Daniela Steiner

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